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25.November 2011

Teamfahrerin Oda Hänsch (Stonepollerchampion Woman '03) jetzt auch MX Woman Vet-Weltmeisterin

Löhne/Bad Oeynhausen. Wenn Oda Hänsch sich das Sprichwort "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist" zu Herzen nehmen würde, könnte sie ihre Motocross-Karriere von jetzt auf gleich beenden. Schon mit dem Start bei den MTA World Veterans Motocross Championships im südkalifornischen San Bernadino erfüllte sich die Löhnerin einen Traum. Und den hat sie sich auch prompt vergoldet.

Fahrerinnen und Fahrer aus 18 Nationen gingen auf dem unter Motorsportlern berühmt-berüchtigten Glen Helen Raceway an den Start, um den Weltmeistertitel der "Veteranen", also der älteren Motocross-Fahrer unter sich auszumachen. Und obwohl sich gleich reihenweise namhafte Fahrer die Ehre gaben, rechnete sich Oda Hänsch von vornherein schon gute Chancen auf den Titelgewinn aus. "Ich habe genau geguckt, welche Frauen da am Start sind", sagt die 42-Jährige, die sich mit viel Fitness-Training und Übungsrunden im MX-Park Münster auf das Rennen vorbereitet hat. "Und es hat dann ja auch geklappt."

Dabei lief das Rennen im vermeintlich sonnigen Kalifornien für die gebürtige Hannoveranerin zunächst alles andere als optimal. Entgegen dem berühmten Song "It Never Rains in Southern California" öffneten sich gleich am ersten Tag des Wettbewerbes alle Himmelsschleusen, die sonst so staubige Strecke verwandelte sich in eine Schlammwüste. "In Deutschland wäre ich bei solchen Bedingungen erst gar nicht gestartet", sagt Hänsch. "Aber jetzt war ich schon einmal da und es gab kein zurück mehr."

Das erste Training wurde noch abgesagt, dann ging es nach dem kollektiven Absingen der amerikanischen Hymne ohne Gnade auf die Piste. Und schon hier schlug Oda Hänsch das Herz bis zum Hals, stand sie doch mit Motocross-Legenden wie Danny LaPorte, Chuck Sun oder Doug Dubach am Gatter. Denn obwohl die Frauen separat gewertet wurden, gingen sie zusammen mit den Männern auf die Strecke. "Alleine das war schon ein Erlebnis", sagt Hänsch, die seit 20 Jahren Rennen fährt und unter anderem 1995 sowie 2000 die Amateur-Meisterschaft des Deutschen Amateur-Moto-Cross-Verbandes (DAMCV) gewann.

Auf der Strecke selbst hatte die einzige Deutsche im Feld jedoch nur Augen für sich und ihre Maschine. "Die Strecke hat es in sich, sie hat viele steile Hänge", sagt Hänsch. Mit Mühe kämpfte sie sich durch den Matsch und hatte im ersten Durchgang noch gegenüber einer US-Amerikanerin das Nachsehen. "Dabei sind die Amerikaner der Ansicht, dass die Europäer bei Regen Vorteile haben", berichtet Hänsch. Dies sollte sich aber erst in den nächsten Läufen bewahrheiten. Als dann am letzten Tag auch noch der Regen nachließ, war die Löhnerin nicht mehr zu bremsen und entschied die Klasse "Women +30" vor den Lokalmatadorinnen Brooklyn McClendon und Anna Pauis für sich.

Mit dem Sieg bei den World Veterans Championships hat Oda Hänsch in San Bernadino hat Oda Hänsch einen absoluten Höhepunkt in ihrer Karriere gesetzt. Aber so schön, dass sie ans Aufhören denkt, ist der Erfolg nun auch wieder nicht. "Ich mache auf jeden Fall weiter", sagt die 42-Jährige. "Und vielleicht verteidige ich im nächsten Jahr auf dem Glen Helen Raceway meinen Titel."


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