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08.Februar 2009

Warum Motorräder einen besonderen Schmierstoff brauchen...

Es gibt doch tatsächlich unter den Bikern immer noch Leute, die glauben Ihrem Motorrad etwas Gutes zu tun, wenn sie wie in ihrem PKW das Super-High-Tech-Motorenöl verwenden. Es gibt aber auch Leute die der Meinung sind, daß es die "Billig-Plempe" aus dem Baumarkt auch tut. Dabei wird aber nicht bedacht, daß so ein Motorradmotor unter ganz anderen Betriebsbedingungen als ein PKW betrieben wird und das Öl auch noch zusätzliche Funktionen erfüllen muß. Im nachfolgenden Text wird kurz und prägnant erläutert, welche Anforderungen ein Öl für Motorradmotoren erfüllen muß und welche Unterschiede zu PKW Motorenölen bestehen.

Betriebsbedingungen von Motorradmotoren und daraus resultierende Anforderungen für das Motorenöl:

  • Höhere Drehzahl, Kolbengeschwindigkeit und Literleistung als im PKW-Motor beanspruchen  das Motorenöl extrem auf Scherung. Dadurch verlieren die in mineralischen  Mehrbereichsölen eingesetzten VI-Verbesserer ihre Wirkung und das Öl wird dünner.  Das führt zur Verringerung der Schmierfähigkeit des Öles; im schlimmsten Fall zum  sogenannten Abriß des Schmierfilms und zur Verschmutzung der Brennräume. Die  Folge davon ist ein vorzeitiger Verschleiß bzw. Motorschaden.
  • Sehr häufig werden Naßkupplungen zur Kraftübertragung in Motorradmotoren eingesetzt.  Diese Kupplungsart wird über den Schmierstoffkreislauf des Motors mit Öl  versorgt. Werden hier synthetische Motorenöle der Leichtlauf- bzw. Super-Leichtlaufklasse  für PKW-Motoren verwandt, so kommt es durch die in diesen Ölen  vorhandenen Reibwertverminderer zum Rutschen der Kupplung. Diese Additive  bewirken in PKW-Motoren durch Verringerung der Reibung eine Reduzierung des  Kraftstoffverbrauches. Beim Motorrad mit dieser Kupplungsart bewirken sie hingegen  eine Verringerung des Wirkungsgrades der Kraftübertragung. Werden einfache  mineralische PKW-Öle verwandt, kann dies wiederum zum Verkleben der  Kupplungslamellen führen.
  • Das Getriebe wird ebenfalls bei den meisten Motorrädern über den Ölkreislauf des  Motors versorgt. Aus diesem Grund sind im Öl spezielle Additive enthalten, welche die  Anforderungen von Schaltgetrieben erfüllen.

Dazu gehören:

  • Hohe Druckfestigkeit des Schmierfilms; verhindert die Freßneigung auf den Zahnflanken
  • Hohe thermische Stabilität und gutes Wärmeleitvermögen
  • Keine Schaumbildung und Anti-Korrosionswirkung
  • Gute Dichtungsverträglichkeit und hohe Alterungsstabilität
  • Optimales Viskositäts-Temperatur-Verhalten für leichte Schaltbarkeit des Getriebes -Diese Zusätze sind in den Motorenölen für PKWs nicht enthalten. Im Vergleich zum  PKW-Motor ist die Literleistung des Motorrad-Motors um einiges höher, die Ölfüllmenge  jedoch geringer. Hier muß das Öl also volle Leistung zeigen und außer der  zuverlässigen Schmierung und Kraftübertragung noch folgenden Anforderungen gerecht  werden:
  • Abdichtung des Ringspaltes zwischen Kolben und Zylinder
  • Gutes Wärmeleitverhalten, Transport der Wärme zum Kurbelgehäuse oder Ölkühler
  • Hohe Temperaturstabilität; es werden Öltemperaturen von bis zu 160°C in der Ölwanne bzw. bis zu 300°C im Kolbenringbereich und an der Zylinderlaufbahn erreicht. Hinweis: Bei luftgekühlten Motoren wird das Öl thermisch besonders stark belastet
  • Gutes Reinigungsverhalten; Verhinderung der Ablagerung von Verbrennungsrückständen
  • Optimales Viskositäts-Temperatur-Verhalten; für ein gutes Kaltstartverhalten sowie ausreichende Schmierfilmdicke im Vollastbetrieb
  • Gute Dichtungsverträglichkeit und hohe Alterungsstabilität
  • Keine Schaumbildung und gute Anti-Korrosionswirkung

 

Letztendlich sind fast alle PKW-Motorenöle, egal ob High- oder Low-Tech, nur eine Kompromißlösung, denn sie sind für den Einsatz in Otto- und Dieselmotoren konzipiert. PKW-Motorenöle enthalten also auch spezielle Dieseladditive, welche verstärkt Rußpartikel und saure Verbrennungsprodukte binden und deren Ablagerung im Motor verhindern. Motorrad-Motorenöle sind ausschließlich für den Einsatz in Benzin-Motoren und deren spezifische Betriebsbedingungen vorgesehen und enthalten diese Zusätze nicht. Es werden also spezielle Additiv-Packages für Motorradöle formuliert, welche einen optimalen Betrieb des Motors garantieren und somit eine hohe Laufleistung des Motorrades ermöglichen.

Übrigens: Fast alle Motorradhersteller lassen in Europa die Verwendung von Motorenölen mit einer Viskosität, welche niedriger ist als 10W-X, nur bedingt zu.

Daher fahren wir ausschließlich: Bergos Racing Team Shop - Öl


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